Über Häuslichkeit & Großmütter ODER Häkeln, eh!

Das war so: Instagram ist momentan mein Spiegel-Online der Social Networks. Aufwachen – Instagram checken, nachsehen, was all diese perfekten Menschen für perfekte Momente erlebt haben, während ich zu kurz und unruhig geschlafen habe. Um sich noch mehr von der eigenen Unproduktivität überzeugen zu können am besten nach tüchtigen Karrierefrauen mit handwerklicher Perfektion suchen, die ein Atelier auf dem Land und einen Hund zu Füßen haben. Dann feststellen, dass man das auch alles so machen will – verdammt!

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Ganz im Ernst und ohne Ironie: Ich habe mir auf meinem Stream so viele begabte, kreative Damen und Herren geladen, dass der Drang ähnlich tolles “einfach mal so nebenher” zu machen, vor ein Wochen in genau dieser Decken-Aktion ausgeartet ist. Wer blöd gegenfragt: “Häääääkeln?!?!?!….???”, dem sag ich: “Mann, eh! Das ist gerade voll im Trend, echt! Neue Häuslichkeit und so!” – und zupfe am Kragen meines Jeans-Hemds.

Die perfekte Anleitung – auch für Anfänger-Honks wie mich – habe ich hier gefunden: http://www.kasa-amend.com/2010/01/anleitung-sunburst-flower-granny-square-haekeln/
Hübsche Sunburst Flower Granny Squares!!

Geübt wurde an bunten Lappen und Körbchen: 20130324-120736.jpg
Ja, man könnte sagen, ich bin ein bisschen übergeschnappt.

Das Muster ist bereits nach 30 Squares ein weeeeenig monoton in der Verarbeitung. Jetzt aber keine Eskapaden, die ich später bereue. Klassisch bleiben und vielleicht finde ich die Decke dann in zwei Jahren immer noch toll. Denn – so sagte die Verkäuferin dieser A***-teuren Merino-Wolle (siehe Dinkelspelz-Aktion – wie da fehlte mir auch hier die Dimension; man braucht viel Wolle für eine große Decke… überraschend, nicht? Ja, fand ich auch!): “So eine Decke, wie Sie sie machen, kriegen Sie niemals in so einer Qualität zu kaufen! Das ist was ganz Tolles!” – aha – meine Mutter kommentierte: “Na, das is ja auch was für’s Leben, ne?!”… ja… wo sie doch weiß, wie es mit mir und der Geduld steht.

@Häuslichkeit und @Granny übrigens: Besonders großmütterlich und häuslich fühlte ich mich gestern Abend (ja, es war Samstag – ich war Zuhause – ist ja gut). Da feierte mein Nachbach über mir irgendwas… seinen schlechten Musikgeschmack vermutlich. So, wie er es schon mal an einem Sonntag bis morgens um 4.30 Uhr tat – mit der gleichen, schlechten Playlist…

Vor mich hinschimpfend saß ich also auf meinen Sofa – Häkelnadel in der Hand, nur abgesetzt um ein Weinglas anzusetzen, “Fegefeuer der Eitelkeiten” auf dem TV-Screen und ungestüm an meinen Granny Squares zupfend. Natürlich zu feige um hoch zu gehen und ihm zu sagen, dass er leise drehen soll, damit ich ABBA nicht bei jedem Refrain Silbe für Silbe begleiten muss (mutig genug, hier zu sagen, wie sehr es mich genervt hat, natürlich). Dabei weiß ich nicht, ob ich mich mehr darüber geärgert habe, dass er bis 4 Uhr morgens laut war, oder dass er die schlechteste Party-Musik der Stadt am Start haben muss. ODER dass ich mich selbst mit meinem alten Film und meinem Häkelgarn etwas spießig fand. So ganz kann ich das mit der Musik eigentlich nicht beurteilen. Bin ja häuslich. Granny Squares for the win!

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